Was eine Bad Taste Party mit meinem Alltag zu tun hat?

Der Kleiderstil meiner Tochter

Tja, was soll ich sagen, unsere Tochter hat einfach eine sehr aussergewöhlichen Geschmack. Jaja, keine Sorge, wir lassen sie eh, aber mit Glitzerballerinas im Wald, oder bei 10 Grad nur im Kleidchen raus, da erwische ich mich dabei, mehr auf cool zu tun, als es auch tatsächlich zu sein.

Das meiste Gewand unserer Kinder ist gebraucht. Wir erben 90% aller Kleider, denn Cousin und Cousine sind 6 bzw. knapp 4 Jahre alt und die befreundete Nachbarstochter trägt auch immer zu der einen oder anderen Kleiderfreude bei. Somit dürfen wir aus dem Vollen schöpfen und uns wirklich Unsummen an Fränkli sparen. Was für ein Segen!

Die erste erkennbare Vorliebe bei unserem Töchterl war die Farbe Pink. Nur nannte sie sie damals noch „Violett“, warum auch immer. Ein Griff zum falsch farbigen T-shirt und man vernahm sogleich ihr Stimmchen, das „Nei-violett“ rief.

Also gut, ist ja eh herzig, dann eben das „violette“ Shirt. Aus dem „violetten“ Shirt wurde dann auch die „violette“ Leggings, die „violetten“ Socken und was weiss der Kuckuck , was noch alles. Ehrlich gesagt schon grenzwertig in meinen Augen, aber gut.

Mrs. Pink

Einzig wichtig sind ja eh nur die Schuhe. Da geht Komfort vor der Optik. Das ist ja sowieso klar. Alles andere wäre ja absurd. Oder so…

Ja und dann kam der Sack mit den Kleidern der Nachbarstochter.

Darin befanden sich Glitzerballerinas. Also nochmal, für diejenigen, die die Dringlichkeit dieser Aussage noch nicht so ganz kapiert haben: G-L-I-T-Z-E-R-B-A-L-L-E-R-I-N-A-S!!!

Seitdem steht kein Stein mehr auf dem anderen in Sachen “ Was zieht das Meiteli wohl heute an?“

Diese God damn f****** Ballerinas mussten IMMER sein. Egal, ob es in den Wald ging, egal ob es regnete, egal ob…egal, egal, egal.

„Ja, aber du wirst dir doch nicht von einer 3 jährigen…“

Haaaahahahahahahaa, dieser Satzanfang könnte von meinem kinderlosen ICH von vor 2017 stammen.

Doch, ich lasse mir viel zu viel von meinen Kinder sagen, denn die Diskussionen verliere ich meist. Diese finden bevorzugt in Situationen statt, in denen ich null, nada, nüsse, zero Nerven habe. Daher trug unsere Tochter den ganzen Sommer und Herbst über diese gottverdammten Ballerinas.

Ob uns das nicht manchmal peinlich war? Ja klar! In der Krippe stellten wir dann oft die Sneakers in der Garderobe zusätzlich zu den Ballerinas dazu. Meist trug unser Herzkind dann beim Abholen trotzdem die Prinzessinnenschuhe. Sehr zu unserer Genugtuung.

Zusätzlich zum Schuhdilemma, spitzte sich auch die Vorliebe für Kleider zu. Ich wollte meinem kleinen Mädchen gerne eine Freude machen und kaufte ihr ein, meiner Ansicht nach äusserst geschmacksbefreites Sommerkleidchen mit Einhörnern drauf. Aber ihre Vorliebe für, wie sie sie nannte: „Nashörner“ war nun mal so gross, da darf man auch mal über die eigenen Vorstellungen hinwegsehen. Das Leuchten in ihren Augen gab mir recht! Sie liebte dieses Kleid und tut es immer noch.

Aber wehe, wenn dieses Ding in der Wäsche ist. Mehr brauche ich wohl nicht sagen…

Zum Glück gibt es als Plan B auch noch das pinkfarbene Kleidchen mit dem eingenähten Tüllröckchen. Dies alleine genügt jedoch nicht, da müssen noch der rosa Tüllrock, den Nonna ihr geschenkt hat drunter UND das Feenröckchen, das sie zum Geburtstag bekam auch noch. Eine Freude, bei jedem Gang aufs WC , das sag‘ ich euch. Erinnert mich ein bisschen an die Kleider der Serie „Fackeln im Sturm“, aber mit dieser Aussage oute ich mich wohl mehr, schon über 40 zu sein, als dass jemand eine Ahnung hat, wo von ich spreche.

Kleid über Kleid über Kleid….und als i Tüpfel noch die Sonnenbrille. Ich schwöre, es war alles ihre Idee.

Unsere Tochter taucht also in der Krippe mit mindestens 2 Röckchen bzw. Kleidern auf, alles in allem entweder pink oder mit „Nashörnern“ drauf gehalten und die Glitzerballerinas dürfen selbstverständlich auch nicht fehlen.

Letztens meinte mein Mann, weisst du, das Mädchen in das unser Bub verschätzelet ist, ist immer so herzig und adrett angezogen.

„Herzig und adrett gekleidet“ trifft es bei unserer Tochter dann eher doch nicht. Ein kunterbunter, äusserst liebreizender Paradiesvogel schon eher. Ja nu…

Unser Mädel weiss also ganz genau, was sie will, alle Schuhe die ich einfach so mitbrachte wurden angewidert verweigert , somit packten wir uns zusammen und gingen mit ihr ins Schuhgeschäft. Ja und dann sah sie neben den diversen Paar Schuhen, die ich ihr schmackhaft machen wollte die pinkfarbenen Leucht-Sneakers. Ich halte mich kurz: Sie trägt jetzt zum kunterbunten Nashornkleid, pinkfarbene Leuchtsneakers. Ich möchte mich dazu auch nicht weiter äussern.

Ja, ich würde sie oftmals sehr gerne in anderen Kleidern und Schuhe sehen, aber in Wahrheit: Ist es nicht egal?

Als sie einmal mit den Ballerinas im Schüttregen draussen war, fragte sie mich plötzlich nach anderen Schuhen und auch als sie meinte, sie müsse keine Leggings unter dem Kleidchen tragen, obwohl es nur 12 Grad draussen hatte, liess ich sie gewähren. Sie darf auch mal spüren, was es bedeutet, wenn einem kalt ist. Es dauerte jedoch länger, als erwartet und es war kaum zu ertragen, aber irgendwann fragte sie mich dann doch nach einer Hose.

NEIN keine Hose, NEIN keine Jacke! Spüren dürfen, wie sich 12 Grad anfühlen.

Es gibt so viele wirklich wichtige Dinge im Alltag mit Kindern, wo es keinerlei Spielraum für Diskussionen gibt. Da ist zum Beispiel das Verhalten im Strassenverkehr, oder der Umgang mit Tieren, oder, oder, oder…. da ist es doch auch mal schön, die Kinder bei weniger tragenden Themen wählen zu lassen.

Stört es MICH als Mama , oder stört es mich hauptsächlich, dass es eventuell andere stört?

Ist doch meistens so. Richtig unangenehm ist es einem dann ja eh nur, weil vielleicht die Eltern von dem adrett gekleideten Kind , oder die Krippenbetreuer vielleicht komisch von mir als Mama denken könnten…oder war es vielleicht sogar mein altes ICH, das genau so gedacht hatte? AUTSCH!

Blablablupp. Wie so oft, zahlt es sich aus, da ganz bei sich zu bleiben. Also ganz bei dem neuen Mama- Ich. Das alte, ahnungslose, kinderlose ICH hat sowieso Sendepause. Stille.

Und wie man es auch dreht und wendet: Die coolste Socke ist und bleibt sowieso unser Töchterl. Mit oder ohne Nashornkleid. Tschaka!

Wer hat noch so ein willensstarkes kleines Ding daheim?
Alles Liebe Eure Nanette

Ihr kennt schon, was jetzt kommt: Ich freue mich immer so arg über Feedback. Schickt mir doch ein Herzerl oder kommentiert mein Dilemma hier unter dem Beitrag, oder auf Instagram oder Facebook. Würd‘ mich riesig freuen. Ehrlich wahr.

3 Antworten auf „Was eine Bad Taste Party mit meinem Alltag zu tun hat?“

  1. Liebe Nani !!!! Toll toll toll, wie Du schreiben kannst. Und Du bist ehrlich. Das ist das Schönste daran. Mit Deinem Mäderl ist es nicht ganz einfach, aber sie ist sicherlich zuckersüß, sonst würdest Du nicht so über sie schreiben. Du warst eine tüchtige Lehrerin in Wien, sicherlich auch in der Schweiz. Und nun bist Du eine großartige Mutter. Alles Liebe für Dich und Deine Familie. Herzlichst Sabine

    1. Liebe Sabine, vielen herzlichen Dank für deinen so arg lieben Kommentar. Mein Herz hüpft, wenn ich das lese. Ganz liebe Grüsse zu dir nach Wien 🙂

  2. Ich breche augenblicklich nieder vor lauter Lachen, ich kann nicht mehr!!! Dabei bin ich erst bei der Stelle mit „Fackeln im Sturm“!! Habt ihr die Sneakers in der Garderobe der Kinderkrippe dazugestellt, um in gesetztem Falle die Glitzerballerinas leugnen zu können, hab ich das richtig verstanden??
    ….. und so eine Diskussion, wo du unterliegst würd ich gerne mal mithören, herrlich!!!
    Weiter so, danke fürs Teilen!!!

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