Vatertag, Muttertag, Hochzeitstag!- Freude oder Plage?

Hochzeitstag, Kennenlerntag, Valentinstag, Geburtstag, Weißderkuckucktag…ich bin ehrlich: Ich bin für all diese Feiertage einfach nicht zu gebrauchen. 

Bei Geburtstagen fängt es schon an. Ja, ich kenne die Geburtsdaten meiner engsten Familienmitglieder, aber da ich selten weiß, welches Datum wir haben, bringt mich dieses Wissen auch nicht immer weiter. Ich vergesse Geburtstage und bin im Gegenzug aber auch nicht böse, wenn man meinen mal vergisst. Nicht jeder tickt so, deshalb kam es schon zu unschönen Enttäuschungen, wenn ich mal den Geburtstag einer Freundin vergessen habe. Was soll ich sagen, ist nun mal passiert, ich kann mich gut entschuldigen aber die Möglichkeit, dass es wieder passieren könnte, ist durchaus gegeben. 

So, jetzt gibt es ja nicht nur Geburtstage, sondern auch Hochzeitstage. Auch so eine eigene G’schicht. Was ist denn nun wichtig? Der Tag des ersten Dates? Der Tag der standesamtlichen Hochzeit? Der Tag der kirchlichen Hochzeit? Mein Mann und ich haben das nie definiert. Sind ja auch noch nicht gar so lange verheiratet. So geschah es, dass dieses Jahr ER mit einem Blumenstrauss vor mir stand und ich keine Ahnung hatte, warum! So eine Überraschung ist ja noch viel schöner, wenn man es so gar nicht am Schirm hat!

Wir schauten uns dann abends unser Hochzeitsalbum an und schwelgten in Erinnerungen an das grandiose Fest, das wir vor zwei Jahren in Wien feiern durften. Ich fange schon mal an zu sparen, denn ich will unbedingt bald mal wieder feiern mit all unseren Lieben. 

Ich meine also, nicht beleidigt zu sein, wenn man auf irgend so ein Jubiläum vergisst!? ÄHÄ! Und dann kam vor 3 Jahren der erste Muttertag, an dem ich mich auch «Mama» nennen durfte. Mein Mann sagte an besagtem Tag ganz klar: «Muttertag ist ein überflüssiger Tag, davon halte ich gar nichts» 

ZACK- Ich war voll beleidigt!

Aber nur heimlich, denn ich fand es selber irgendwie lächerlich. Ich habe einen Mann, der mich das ganze Jahr lang über mehr als nur schätzt, der sich am Haushalt genauso beteiligt, wie an der Erziehung. Was soll also dieser eine Muttertag im Jahr?! Ich fand mein Beleidigtsein selber unangebracht, konnte aber nicht raus aus meiner Haut und schmolz dabei vor Mutterfreude, als ich das Geschenk der Kinder aus der Krippe öffnete.

Dieses Jahr machten wir, wie fast jeden Samstag gemeinsam den familiären Wocheneinkauf. Definitiv eine meiner Lieblingsbeschäftigungen-NICHT!! Aber gut, das ist eine andere Geschichte.

Man wurde an jeder Ecke mit dem am darauffolgenden Tag datierten Muttertag konfrontiert und als wir bei der Kasse vorbei waren, um an der Blumenabteilung zurück zum Auto zu gehen, ließ mein Mann etwas entnervt folgenden romantischen Satz los:

«Ja, sollen wir da jetzt Blumen für dich holen?!»

Mittlerweile muss ich darüber wirklich lachen, aber ich erwischte mich dabei, wie mich Enttäuschung überkam.

Ich sollte meine Blumen noch bekommen, aber frage mich nun selber. Warum ist es genau dieser eine Tag im Jahr, der mir als Feiertag so wichtig war? Meine Gedanken brachten mich zu folgender Schlussfolgerung:

Ich zweifle nicht an der Liebe zu meinem Mann oder meiner Familie, aber das Mamasein ist doch immer wieder so ein Punkt, der in mir Zweifel aufkommen lässt. Ist ja auch die Aufgabe in meinem Leben, die mir am Wichtigsten erscheint und die ich bestmöglich erfüllen möchte, da mein Mamasein, die Kindheit der Zwillinge ist. Im Grunde meines Herzens weiß ich, dass ich es gut mache, sicherlich nicht perfekt, aber perfekt hat bei dieser Herzensaufgabe auch keinen Platz. «Perfekt» schliesst für mich sehr viele wichtige Werte aus, wie z.B. Authentizität. Und ich bin mir sicher, dass es für alle Kinder dieser Welt wichtiger ist, mit einer authentischen Mama aufzuwachsen, die vermutlich auch mal laut wird, die Nerven schmeißt, oder auch mal vor den Kindern flucht, anstatt einer perfekt erscheinenden Person mit wenigen oder unterdrückten Gefühlsregungen. 

Authentizität ist der Schlüssel zum Mamasein. Ich gebe mein Bestes und zeige mich, so wie ich bin. 

Jetzt ist es also so, dass ich anscheinend auf den Muttertag poche, aber was ist dann mit dem Vatertag? Die Schweizer ignorieren diesen Tag komplett, das finde ich nicht richtig. Aber gut, in familiären Themen ist die gute Schweiz ja doch auch ein bisserl „hintnach“, man möge mir an dieser Stelle verzeihen. 

Mein Mann ist ein grandioser Vater, der sich mindestens genauso gut wie ich in allen Belangen um unseren Nachwuchs kümmert. Die beiden Wanzen rufen oftmals trotzdem nur «Mama!Mami!» Was ihn oft kränkt und nervt. Mich übrigens auch, vorallem nachts! 

Somit ist für mich ganz klar. Der Vatertag hat den gleichen Stellenwert, wie der Muttertag. Stellt sich nur noch die Frage, wann wir diesen feiern wollen? Am deutschen Vatertag, an den man über diverse Medien immer rechtzeitig erinnert wird? Am Schweizer Vatertag, den man zwar ergoogeln kann, der aber sonst einfach nicht existiert oder am österreichischen Vatertag, der wieder an einem ganz anderen Sonntag gefeiert wird?

Also gut, ich bin Wienerin, also feiern wir den eben zur österreichischen Variante. Wie praktisch. Das wäre dann also heute! Mein Mann geniesst gerade ein bisserl Auszeit in den Bergen, da kann ich super mit den Kindern etwas basteln und eine Karte schreiben und für meinen Papa in Wien wird auch gleich mitgebastelt. 

Gesagt getan! Mein Mann kam heute zurück und wir überraschten ihn mit einer von den Zwillingen künstlerisch (hust) gestalteten Schüssel und einer liebevoll geschriebenen Karte. Ein gelungener Vatertag eben. 

Blöd nur, dass Vatertag erst nächsten Sonntag ist! Tja, ich sag es ja: Mir wichtige Daten merken -kann ich!

Seid ganz lieb gegrüsst

Eure Nanette

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Vorallem auf Instragram nehme ich euch regelmäßig mit in unseren Alltag. Netter Austausch findet statt, immer wieder gibt es einfache Bastelideen oder Spiele, die mit Kleinkindern gut machbar sind.

Schau‘ vorbei-ich freue mich auf dich!

2 Antworten auf „Vatertag, Muttertag, Hochzeitstag!- Freude oder Plage?“

  1. Über deine Beiträge muss ich mich regelmäßig zerkugeln, du schreibst mit so viel Humor, unglaublich!!
    Dieser ist dir wieder besonders gut gelungen, hab urviel gelacht!! 😀👍

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