Nachwuchs, es gibt Nachwuchs!

UND ICH DARF DIE PATIN SEIN!

Da ist sie, die kleine Tochter meiner Schwägerin und ZACK-ich heule. Dabei sehe ich bisher nur Fotos und erfahre durch Erzählungen von der Geburt des kleinen Menschleins, das schon jetzt alle verzaubert.

Aber von Anfang an. Letzten Herbst munkelten mein Mann und ich, ob seine kleine Schwester nicht unter Umständen schwanger sein könnte. Ein Cappuccino wurde genauso verweigert, wie der Sekt zum Anstoßen auf den Geburtstag der Zwillinge. Alles höchst verdächtig. In meinem Hirn ratterte es kurz und ich sagte zu meinem Mann: Bitte ich mag un-be-dingt Gotti (Patin) werden, ich würd‘ mich so arg freuen! Aber ja, man will sich ja nicht aufdrängen und da sind ja auch noch Geschwister und/oder Freundinnen, die für dieses Ämtli vielleicht eher in Frage kommen. Mist.

Geduld. Nun hieß es Geduld haben, und die Schwägerin weiterhin geheim beobachten. Dies war leider nur selten möglich, denn wir wohnen gut 2 Stunden voneinander entfernt.

Und dann ENDLICH: Die erfreuliche Nachricht, dass ein winzig kleines Minimenschlein schon bald unsere Familie bereichern wird. Juchuuuuuu!

Und wieder keimte der Wunsch hoch, wirklich sehr gerne Gotti werden zu wollen. Ob Bestechung wohl eine Lösung wäre? 😉

Tja, ich Glückspilz musste nur geduldig abwarten und dann kam sie, die Frage aller Fragen:

„Willst du Gotti von unserem Baby werden?“ Tschaka, ja logisch!! Was für eine Frage! Ich wollte es am liebsten laut rausposauen, so arg freute ich mich. Aber ich riss mich zusammen.

Ich reiße mich seit ich in der Schweiz lebe immer wieder mal zusammen. Weil ich die Schweizer meist als emotional sehr kontrolliert erlebe. Aber ICH bin es nicht. Wenn’s um Emotionen geht bin ich laut und freudig und das sollte ich mir eigentlich immer und überall erlauben. Nächstes mal dann. Aber ganz sicher!

Jetzt ist es so, dass das kleine Mädel am Freitag zur Welt kam. Freitag der 13.! Ein super Mädel ist das! Das suchen sich nur die Mutigen aus! Bravo! Aber jetzt mal ganz ehrlich: Ganz egal was die Kleine nun macht oder tut, man ist versucht bei jedem Mucks den man per Telefon hört und bei jedem Foto einen Entzückensschrei loszulassen. Völlig irre. Aber doch auch ein Stück weit normal. Also glaube ich.

Eines war von Anfang an klar: Ich möchte etwas zur Geburt schenken, aber ganz, ganz sicher nicht, so wie alle anderen: Babygewand. Ich mein’…“voll lame“…Bodies und Strampler schenken, kann je echt jeder.

Auch ich: Nach der Geburtsnachricht augenblicklich ins Auto gesprungen und ins nächste exquisite Babygeschäft gefahren um Bodies und Strampler zu holen.

Wenn so ein kleines Wunder zur Welt kommt, drehen halt alle durch! Oder vielleicht doch nur ich, womit wir wieder beim Thema Emotionalität wären. Aber wenn ich mir so die restliche Familie meines Mannes anschaue, dann sind da zumindest die Frauen gerade alle sehr nah am Wasser gebaut vor lauter Entzücken.

Also, am besten mal durchatmen und eine Karte kaufen: Glückwünsche zur Geburt. Meine Anforderung: 1. Schöner Spruch, 2. kein 08/15 Kitschbild von einem fucking Storch der eine rosa Windel samt Kind im Schnabel trägt.

Schwieeeeriges Unterfangen. Sehr schwieriges Unterfangen sage ich euch. Ich kaufte eine sehr schlichte Karte, bei der mir der Spruch gefiel, um daheim beim Auspacken festzustellen, dass es von der Gestaltung her eher an eine Kondolenzkarte erinnert.

Also doch basteln. Oder zumindest a bisserl „pimpen“, dann simma vorn dabei. Ich beginne zu schreiben, aber ich will es besonders machen, halte immer wieder inne und bis jetzt ist das Kärtchen nicht fertig. Weil es mir so wichtig ist. Hauptsache ich tippe hier gerade einen Blogbeitrag, aber die Glückwunschkarte bekomme ich nicht hin. Grotesk. ich weiß. Ich fasse zusammen: Emotional laut bin ich und grotesk benehme ich mich. Na bravo 😀

Fakt ist aber auch, dass ich seit langer Zeit schon nicht mehr die Muße hatte einen Blogbeitrag zu verfassen. Die Worte wollten einfach nicht mehr purzeln und so ließ ich es sein. Bis jetzt. Und jetzt sprudelt es wieder.

Ich bin bereit, dieses kleine Mädel kennenzulernen und zu begleiten. Ich freue mich auf meine Aufgabe und hoffe, dem auch gerecht zu werden. Erwartungen zu erfüllen. Vermutlich in erster Linie auch die Erwartungen die ich selbst an mich als Gotti habe.

Kleines, kleines Meitli, ich freue mich schon so arg, dich kennenlernen zu dürfen und muss ein bisserl weinen vor lauter Freude, beim Gedanken daran, dich bald in meinen Armen halten zu dürfen.

Seid lieb gegrüßt

Eure Nanette

6 Antworten auf „Nachwuchs, es gibt Nachwuchs!“

  1. Was soll man da noch schreiben außer dass ich gerührt bin obwohl ich die frische Mama nicht einmal kenne 😁 Also lass die Freude ja raus und alle hören und vielleicht färbt dann ein bissi österreichisches laut emotional Sein auf das Meitli ab, kann ja nicht schaden die Schweiz ein wenig aufzuwecken in dieser Hinsicht 😆 Ganz viel Freude mit dem neuen Familienmitglied euch allen und dass die Gotti sie ganz bald kennenlernen darf! 🥰

  2. Liebe Nanette,

    ich freu mich sehr, dass dein Wunsch in Erfüllung gegangen ist und in der Familie deines Mannes so viele Kinder zur Welt kommen!!
    Fast ein bisserl neidisch bin ich sogar, da es in unserer Familie ja leider ganz anders ausschaut …..Die Einzige mit Kindersegen ist in die Schweiz emigriert … 😉😃
    Aber danke dafür, dass du uns trotz der riesigen Entfernung immer an deinem Leben teilnehmen lässt!!
    Denn immerhin darf ich ja die Gotte deiner Tochter sein, und das ist wirklich etwas Wunderschönes!! ❤️

    BUSSIS !!!

    1. Ja, manchmal muss man das Glück suchen und findet es erst da, wo man es gar nicht erwartet hätte. Vieeeeel zu weit weg von euch, aber einen Mathias hätte ich in Wien eben nicht gefunden. Da muss man halt eine Reise tun 🙂

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