Was waren die Dinge, die dich als Kind glücklich gemacht haben?

Patsch, da war sie die Frage, der Fragen, die mich in erster Linie mal nachdenken liess. Aber auch dies half nix. Mir wollte einfach nichts einfallen.

„Kann denn das sein? War ich ein so unscheinbares Kind, konnte ich etwa nichts gut oder leidet mein Hirn eventuell an Demenz“ …waren nur einige meiner Gedanken dazu.

Ausserdem erwischte ich mich dabei, Dinge finden zu wollen, die sich gut vorzeigen lassen. Die der Verstand gut greifen kann. So wie: „Ich konnte gut singen, ich war gut in dieser oder jener Sportart, ich …“, was weiss der Himmel was ich mir da noch erhofft hatte. Aber eh egal. Denn mir wollte immer noch nichts einfallen.

Und dann ZACK, war es da, ein Gefühl das mich richtig glücklich machte als Kind: schwimmen, spielen, tauchen, springen…im WASSER.

Ich war damals als Kind im Schwimmbad stundenlang im Wasser. Ich sprang, tauchte, spielte … und war dabei so unsagbar glücklich. Meine Mutter musste mich regelrecht aus dem Wasser zwingen, wenn die Lippen dann schon zu blau waren. Kaum spürte ich aber , dass ich sie überzeugen konnte, dass ich mich genug aufgewärmt hätte, war ich auch schon wieder drin im Wasser.

Somit hatte ich etwas gefunden. Voll nichts Vorzeigbares, aber etwas, das beim Gedanken daran immer noch ein Glücksgefühl in mir auslöst. Herrlich!

Wisst ihr, was daraus geworden ist?

Zuerst mal ein Teenager, der sich nicht wohl in seinem Körper fühlte, der sich jahrelang als zu dick empfand, obwohl dem gar nicht so war, was Fotos von damals bezeugen. Aus dem vermeintlich zu rundlichen Teenie wurde eine junge Frau, die sich immer noch nicht wohl fühlte im Bikini und selbst als ich zum Sport fand und im Nachhinein gesehen eine super Figur hatte, versteckte ich mich gerne in den knielangen Surfershorts.

Tja und wenn ich behaupte, dass sich das Phänomen „Den Ist-Zustand nicht zu schätzen zu wissen, um dann Jahre später Fotos zu sehen und sich eh als recht ansehnlich zu empfinden“ Geschichte sei, der irrt sich. Ich kann das immer noch sehr gut, auch wenn mir die Meinung anderer zumindest in diesem Punkt, trotz meiner aktuell vermehrten Rundungen nicht mehr gaaaanz so wichtig ist.

Aber ich schweife ab. Durch dieses „Entsprechen wollen“ nahm ich mir die Freude am Wasser. Ich ging nicht mehr schwimmen und somit ZACK- AUS VORBEI.

Und auch jetzt gibt es solche Momente, in denen mein erster Impuls schreit: Komm spring ins Wasser, pfeif drauf, ob du ein Handtuch dabei hast, pfeif drauf, welche Verabredung du nachher noch hast und ob du dann eine scheiss Frisur oder Pandaaugen von der verschmierten Wimperntusche hast. SPRING doch einfach und geniesse statt zu entsprechen. SPRIIIIING!

Wie oft habe ich es NICHT getan? Ich kann euch in der Sekunde zwei stichfeste Situationen nennen, in denen ich es heute noch bereue, nicht gesprungen zu sein. Was ein klares Zeichen ist, dass es noch viele weitere Begebenheiten mehr gibt.

Eine davon war übrigens vor ziemlich genau zwei Jahren. Unsere standesamtliche Hochzeit. Nur die Trauzeugen, mein Mann und ich im Zwirn in einem Seerestaurant direkt am Zürisee. 36 Grad im Schatten. Der Impuls war da: Rauf auf das Geländer und ZACK rein ins kühle Nass. Aber der Verstand bremste uns aus. „Wie trocknen wir uns dann ab?“ , “ Uns nimmt so nass kein Taxi mehr mit“, „Der schöne teure Anzug“

Juli 2018 Danke @Airtime Photography

SPRIIIIIIIIIIIINGT doch einfach! Gopferdelli nomal!

Also manchmal ist der liebe Verstand ja eigentlich nichts anderes als eine Spassbremse. Schwersten entbehrlich, wenn ihr mich fragt.

Ich versuche in letzter Zeit vermehrt auf solche Impulse zu achten. Oftmals haben diese ja überhaupt gar keine Chance mehr an die Oberfläche zu kommen, schon werden sie von unserer Vernunft ausgebremst.

Sind oft nur klitzekleine Kleinigkeiten. Heute war ich z.B. schwimmen und bin wie damals als kleines Mädchen, wie ein Delfin immer aufgetaucht-runtergetaucht-aufgetaucht-glückselig gelächelt-abgetaucht. Ziemlich lang. Eine Frau sagte dann zu mir: Sie sind ja wie ein Fisch!

Jop, ein sehr glücklicher Fisch mit verschmieren Pandaaugen und einem glückseligen Lächeln im Gesicht.

Vermutlich werde ich eher früher als später unseren Zwillingen peinlich sein, aber das nehme ich in Kauf, denn ich versuche ihnen immer öfter auch mal vorzuleben, dass man das machen darf, was einen glücklich macht.

Lasst uns doch immer öfter mal auf Konventionen pfeifen. Kleine Schritte. Nur für uns selbst. Also ich übe das mal, habe zum Beispiel letztens mit unserem Buben am Arm im Regen getanzt. Was sich die Nachbarn dachten? Ist mir doch schnurz. Hatte ausserdem ein Kind am Arm, da sieht die Gesellschaft ja dann Vieles anders, als wenn man sich allein als Erwachsener tanzend in den Regen begibt. Komische Welt. Ehrlich wahr!

Ich gebe nun die Frage an dich weiter:

Was waren die Dinge, die dich als Kind ganz unabhängig von anderen Personen glücklich gemacht haben?

Und falls du Antworten findest: Tust du es noch?

Das darfst du nur für dich beantworten oder aber auch hier in den Kommentaren, auf Facebook oder Instagram. Würd‘ mich wahnsinnig freuen, von dir zu lesen.

Gruss und Kuss vom glücklichen Fisch 😉

2 Antworten auf „Was waren die Dinge, die dich als Kind glücklich gemacht haben?“

  1. Mein liebes Schwesterherz!
    Auch ich hab mich immer zu dick gefühlt, sogar schon als Kind und vor allem als Jugendliche und junge Frau! Dann in meiner Party – und Fortgehzeit hab ich abgenommen, und nun aber wieder zugenommen. Jetzt hab ich die 58kg meiner Jugendzeit wieder und fühle mich überhaupt nicht dick! Auch meine Umwelt spiegelt mir nicht mehr, dass ich abspecken soll und ich wundere mich, dass ich damls meine Figur nicht leiden konnte!
    Was mich als Kind glücklich machte, war auch das Spielen im Wasser und was ich auch ständig gemacht hab war träumen…Mein Lieblingstagtraum war, dass ich mit meinem Bett ans Ende der Rötzergasse gehe (das war für mich das Ende der Welt) und dann im Bett sitzend durchs Weltall fliege!!
    Ja und dann hab ich auch Ballet getanzt, in Eigenregie summend vor dem großen Spiegel im Schlafzimmer der Eltern!
    Es war eine sehr schöne Kindheit!!

    Bussi von Danirelle

    1. Bitte wie schön ist das?! Das Träumen hab ich auch voll verlernt. Mega schade. Und ich frage mich schon jetzt, wie ich es anstellen soll, dass meine Kinder mit einem positiveren Körpergefühl aufwachsen. Wenn ich mir die Vorbilder im Internet so anschaue, wird mir übel. Aber ich vertraue jetzt einfach mal, dass das alles gut kommt.

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