Ich gestehe…

Ich liebe es, Bücher vorzulesen.

Ein, bzw. in unserem Fall zwei Kinder, die sich an einen kuscheln, gespannt zuhören und immer wieder mit ihren klebrigen Fingerchen auf die Bilder im Buch zeigen und etwas dazu kundtun. So, so schön!

Beruflich bedingt waren ein Haufen Kinderbücher bereits in unserem Besitz, als die beiden Zwerge auf die Welt kamen. Somit waren praktischerweise Bücher immer ein Bestandteil des „Spielzeuges“ und immer als griffbereites Dauerangebot im Wohnzimmer zu finden.

Das Angebot variiert stets, da ich die Bücher immer wieder austausche und aktuell immer nur ein kleineres Angebot im Bücherregal zu finden ist.

Das ist ja schön und gut, aber ob dies später auch noch von Nutzen ist und von den Zwillingen genützt wird?!

Eines Tages, die Kinder waren wirklich noch klein, wurde es ganz leise…die Art von „leise“, bei der als Mama alle Alarmglocken schrillen und man eine katastrophale Unordnung erwartet, sobald man die Kinder in ihrem „Versteck“ gefunden hat.

Aber was sah ich? Unser Mädchen sass im Wohnzimmer am Boden und „schmökerte“ in einem Buch. YESSSSSSS! Wie schön ist DAS denn?

Das Mamaherz machte einen enormen Freudensprung und die farbenfrohe Welt der Bücher war nun offiziell eröffnet.

Seit die Kinder gut zwei Jahre alt sind, wird immer öfters eingefordert: „Mama, Büechli aluege“ (Mama, Bücher anschauen)

Grossartig, oder? Also voll toll. Ehrlich wahr.

Studie über Studie belegt, wie wichtig das Vorlesen von Büchern im Kleinkindalter ist: Spracherwerb, Wortschatz-Erweiterung,…

„Nau sixt es“-in dieser Hinsicht machen wir wohl alles richtig. Auch mal schön, bei den vielen erzieherischen Selbstzweifeln, die einen als Mama vielleicht doch immer wieder einholen.

Jetzt ist es aber so, dass es ein Ausmass angenommen hat, das ab und an mal Nerven sprengt:

Fünf verschiedene Bücher wurden aus dem Bücherregal von den beiden ausgewählt und liegen neben uns am Sofa. Alle Fünf habe ich ihnen nun schon vorgelesen.

Eines davon, selbstverständlich genau DAS, das ich sowieso voll nicht toll finde bereits mehrfach. Ich korrigiere: Meeeeeeeehrfach!!!

Und immer am Ende besagten Buches: „Mami-nochmal“ -Dauerschleife ON

ICH-WER-DE- WAHN-SIN-NIG!!!!!!!

Ich gestehe: Ich heisse Nanette, bin Lehrerin und verstecke Bücher vor meinen Kindern.

Bücherauswahl im zusammengeräumten Zustand. 😉

Just to say: Ich lebe in der Schweiz, hier gibt es kein „scharfes s“.

2 Schritte vorwärts und 3 zurück

NERVENPROBE ODER ACHTSAMKEITSÜBUNG?!🙃


Am Weg zum Einkaufen findet sich unterwegs ein Strauch mit Beeren dran: 


„Mami, Vögeli Beeri“


Zwillingsbruder fingert also umständlich mit seinen klebrigen Fingerchen an den Zweigen herum, was gefühlt 3 1/2 Std dauert und pflückt stolz eine Beere.


„Mami, mehr Beeri“


„Jaaaaa, pflück für deine Schwester auch eine“ 


Seine Schwester bekommt nun auch mit, dass es sich um einen „Beeristrauch“ handelt und sie fingern zu zweit an dem Ding herum.


Glückselig, jeder mit der ein oder anderen Beere in der Hand, wackeln wir uuur langsam weiter. Nach allen 5-7m wird dann eine Beere mit den Worten „Vögeli Beeri essen“ am Gehsteig fallen gelassen. Zwei glückliche Kinder, die Gutes getan haben wackeln weiter und haben bereits den nächsten „Vögeli-Beeristrauch“ im Visier. 


Und eine ziemlich lange Weile später hatten wir die 400m Strecke zum Supermarkt zurückgelegt…..

Ja- und dann war da ja noch der Heimweg 🤪

Vogelfutter hin oder her- es handelt sich in meinen Augen einzig und allein um eine MütterSCHIKANE!